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Seit FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher sein Buch „Payback“ veröffentlicht hat, wird verstärkt über die Folgen der digitalen Revolution und die Auswirkungen des Internets diskutiert. Was bei Schirrmacher in klassisch deutscher Manier zum Angst machenden Kulturpessimismus gerät, weil uns die Fremdbestimmung durch Google und Co. zu sehr vereinnahme, klingt bei anderen Denkern eher als Zukunftschance. Der Medientheoretiker Norbert Bolz verwendet dazu den neuen Begriff „Flow-Control“, mit dem er die Selbstkontrolle im Umgang mit überbordender Informationsflut bezeichnet. Der Autor und Blogger Tim Cole spricht von Abgeklärtheit und heiterer Gelassenheit im Umgang mit unserer zunehmend vernetzten Welt. Und der Cheftechnologe von IBM und Autor zahlreicher Bücher Gunter Dueck fordert gar, dass wir endlich zu einer Exzellenzgesellschaft aufbrechen müssen.
Dass alles fließt, wusste schon der griechische Philosoph Heraklit. Wie aber heute alles fließt, das hätte er sich in seinen kühnsten Träumen wohl nicht vorstellen können. Denn das Geschehen unserer Zeit wird dominiert von Datenflüssen, die immer mehr anschwellen. Noch vor wenigen Jahren sprachen wir von einer digitalen Revolution, vom Überhandnehmen der Computer. Das alles ist Schnee von gestern, weil Computer so selbstverständlich geworden sind und zudem aufgrund wachsender Benutzerfreundlichkeit immer mehr in den Hintergrund treten. Es ist die Vernetzung, die uns beschäftigt, weil von ihr heute alles abhängt, weil sie uns völlig neue Lebensbedingungen aufzwingt oder ermöglicht – je nach Sichtweise. Denken wir an das alte Beispiel vom möglichen Internet-Kühlschrank, der aufgrund unserer Essgewohnheiten letztlich in der Lage wäre, unsere Nahrungsaufnahme zu kontrollieren und diese Daten unserer Krankenkasse zu melden. Diese Total-Kontrolle wollen wir nicht, wissen aber letztlich nicht, was mit all den Daten geschieht, die von uns im Umlauf sind. Die weltweite Vernetzung auf den unterschiedlichsten Ebenen erzeugt ungeheure Datenströme. Täglich werden Milliarden von Dollar umgeschlagen, die von den eigentlichen Warenströmen abgekoppelt sind und dadurch eigene Blasen im Netz bilden. Doch daneben gibt es den realen Güter-, Kapital- und Informationsfluss, der immer weiter anschwillt, ohne den aber unsere globalisierte Welt nicht mehr denkbar ist. Es ist also eine gewaltige Fließmenge entstanden, die sich immer mehr selbst organisiert, die sich in einer Art Fließgleichgewicht befindet. Weil der Einzelne hierauf jedoch immer weniger Einfluss hat, entstehen Ängste, die allerdings oft sehr diffus sind. Dagegen kann nur eine besondere Selbstkontrolle, eine Art Self-Management, helfen. Diesen Vorgang bezeichnet Norbert Bolz als Flow-Control. Wer das System nicht mehr kontrollieren kann, muss sich selbst kontrollieren. Dadurch wird die Komplexität des eigenen Selbst gesteigert, was wiederum dabei hilft, die enorme Menge an Informationen so zu filtern, dass der Umgang mit ihnen in Kreativität und Ideen umgesetzt werden kann. Das klingt kompliziert, meint aber letztlich nichts anderes, als dass wir lernen müssen, in der neuen Situation das Wesentliche vom Überflüssigen zu unterscheiden. Angst ist dabei ein schlechter Ratgeber.
Das meint auch Tim Cole, wenn er zurückweist, dass „der Computer unser Hirn ‚vermanscht’”. Er schreibt weiter: „Ich halte die Vorstellung, dass sich unsere Gehirne quasi zurückbilden oder verstümmelt werden, weil wir uns ständig einer steigenden Zahl von Informations- und Kommunikationsreizen aussetzen, sogar für menschenverachtend und ein bisschen krude.“ Er glaubt fest daran, dass Abgeklärtheit und heitere Gelassenheit die besten Werkzeuge im Umgang mit der informationellen Überlastung sein können. An diese Gedanken anknüpfend findet man in den Ideen von Prof. Gunter Dueck logische und realitätsnahe Konsequenzen. In seinem brandneuen Buch „Aufbrechen – warum wir eine Exzellenzgesellschaft werden müssen“ beschreibt er die Notwendigkeit, Bildung in den Mittelpunkt all unserer Überlegungen und Handlungen zu stellen. Und er sagt das Ende der viel beschworenen Dienstleistungsgesellschaft voraus. Die meisten, heute für unverzichtbar gehaltenen Services wie beispielsweise das Abschließen von Versicherungen werden in Zukunft automatisiert viel besser funktionieren. Andere Dienstleistungen werden einfach wegrationalisiert. Dagegen fordert Dueck eine Zukunftskultur, die konsequent auf hochkarätige Bildung, ethische Ausrichtung per Grundgesetz und Einstellung von Subventionen für Obsoletes setzt. Das Triviale und Banale darf nicht länger die heutige gesellschaftliche Einflussfunktion behalten. Qualität und die hierfür notwendige Qualifizierung müssen die höchsten Ziele der Unternehmen werden, aber auch des Individuums. „Was heute mittelmäßig ist, geht morgen gar nicht mehr,“ sagt Dueck. Der wichtigste Aspekt seiner Forderung dabei ist, dass die Exzellenz in der Breite stattfinden muss und nicht begrenzt sein darf auf eine elitäre Spitze. Seit Jahrzehnten hören wir jetzt Geschichten von Veränderung oder Change Management. Ein ganzes Heer von Beratern hat sich damit Bäuche und Taschen gefüllt. Der Erfolg entsprach in den seltensten Fällen dem Anspruch. Deshalb gilt es gerade jetzt, in einer krisengezeichneten Zeit, tatsächliche und durchgreifende Veränderungen durchzusetzen. Für uns in Mitteleuropa gibt es hierfür nur einen einzigen Ansatz: sich den Realitäten zu stellen und die Qualität als höchstes Ziel zu fokussieren. Einer der besten Wege dorthin ist die scheinbar veraltete Handwerkermentalität, Dinge einfach um ihrer selbst willen so gut als möglich tun, wie es der amerikanische Soziologe Richard Sennett formuliert hat. Mit einer solchen Exzellenz, gleich in welchem beruflichen Bereich, wird unsere Zukunft spannend, sicher und einträglich werden. W.O.Geberzahn Weitere Informationen: http://www.omnisophie.com/ http://www.omnisophie.com/
Das meint auch Tim Cole, wenn er zurückweist, dass „der Computer unser Hirn ‚vermanscht’”. Er schreibt weiter: „Ich halte die Vorstellung, dass sich unsere Gehirne quasi zurückbilden oder verstümmelt werden, weil wir uns ständig einer steigenden Zahl von Informations- und Kommunikationsreizen aussetzen, sogar für menschenverachtend und ein bisschen krude.“ Er glaubt fest daran, dass Abgeklärtheit und heitere Gelassenheit die besten Werkzeuge im Umgang mit der informationellen Überlastung sein können.
An diese Gedanken anknüpfend findet man in den Ideen von Prof. Gunter Dueck logische und realitätsnahe Konsequenzen. In seinem brandneuen Buch „Aufbrechen – warum wir eine Exzellenzgesellschaft werden müssen“ beschreibt er die Notwendigkeit, Bildung in den Mittelpunkt all unserer Überlegungen und Handlungen zu stellen. Und er sagt das Ende der viel beschworenen Dienstleistungsgesellschaft voraus. Die meisten, heute für unverzichtbar gehaltenen Services wie beispielsweise das Abschließen von Versicherungen werden in Zukunft automatisiert viel besser funktionieren. Andere Dienstleistungen werden einfach wegrationalisiert. Dagegen fordert Dueck eine Zukunftskultur, die konsequent auf hochkarätige Bildung, ethische Ausrichtung per Grundgesetz und Einstellung von Subventionen für Obsoletes setzt. Das Triviale und Banale darf nicht länger die heutige gesellschaftliche Einflussfunktion behalten. Qualität und die hierfür notwendige Qualifizierung müssen die höchsten Ziele der Unternehmen werden, aber auch des Individuums. „Was heute mittelmäßig ist, geht morgen gar nicht mehr,“ sagt Dueck. Der wichtigste Aspekt seiner Forderung dabei ist, dass die Exzellenz in der Breite stattfinden muss und nicht begrenzt sein darf auf eine elitäre Spitze.
Seit Jahrzehnten hören wir jetzt Geschichten von Veränderung oder Change Management. Ein ganzes Heer von Beratern hat sich damit Bäuche und Taschen gefüllt. Der Erfolg entsprach in den seltensten Fällen dem Anspruch. Deshalb gilt es gerade jetzt, in einer krisengezeichneten Zeit, tatsächliche und durchgreifende Veränderungen durchzusetzen. Für uns in Mitteleuropa gibt es hierfür nur einen einzigen Ansatz: sich den Realitäten zu stellen und die Qualität als höchstes Ziel zu fokussieren. Einer der besten Wege dorthin ist die scheinbar veraltete Handwerkermentalität, Dinge einfach um ihrer selbst willen so gut als möglich tun, wie es der amerikanische Soziologe Richard Sennett formuliert hat. Mit einer solchen Exzellenz, gleich in welchem beruflichen Bereich, wird unsere Zukunft spannend, sicher und einträglich werden.
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