Beim Verbinden von Buchstaben entstehen geometrische Figuren, die das System erkennt. Hier das Muster für das Wort POWER (Bild: IBM)

07.02.2006 - Technik

Schneller Schreiben mit überfahrenen Buchstaben

So praktisch Organizer und andere elektronische Helfer auch sind, sie haben eine große Schwäche – die mühsame und langwierige Texteingabe. Ein neues virtuelles Tastatursystem, entwickelt vom Technologieunternehmen IBM, soll damit jetzt jedoch Schluss machen: Statt wie bisher nacheinander die einzelnen Buchstaben auf dem Touchscreen anzutippen, kann der Nutzer bei dem neuen System namens ShapeWriter einfach auf einem virtuellen Keyboard ohne abzusetzen alle Buchstaben eines Wortes nacheinander ansteuern. "Überfahrene" Buchstaben, die nicht zum Wort gehören, sind dabei kein Problem: Die Software wertet nicht die Buchstabenabfolge aus, sondern das entstehende Strichmuster.

Die Basis des ShapeWriter-Systems sind einfache geometrische Figuren: Verbindet man nämlich die Buchstaben eines bestimmten Wortes in einer kontinuierlichen Linie miteinander, entsteht ein ganz charakteristisches Muster aus geraden Strichen. Die Software erkennt dieses Muster, vergleicht es mit abgespeicherten Vorlagen und ordnet ihm dann das entsprechende Wort zu. Existiert einmal keine Vorlage, kann das System auch dazulernen: Man braucht lediglich die Buchstaben des neuen Wortes einmal in der richtigen Reihenfolge anzutippen, dann liefert die Software direkt das dazugehörige Muster. Der ShapeWriter ist nicht nur einfacher zu bedienen als viele andere Eingabesysteme, er ist vor allem schneller: Laut IBM kann der geübte Nutzer bis zu 70 Wörter pro Minute und damit rund anderthalbmal mehr als mit einer Antipptastatur eingeben. Das wird unter anderem durch die eher ungewöhnliche Anordnung der Buchstaben auf der Tastatur erreicht, die das flüssige Mustermalen erleichtern. Außerdem kommt dem Nutzer die Neigung des Menschen zugute, sich geometrische Muster und Figuren sehr schnell und leicht merken zu können: Je länger man das System benutzt, desto mehr Muster prägen sich ins Gedächtnis ein und desto schneller wird man, so IBM. Nach einer gewissen Zeit komme man dann sogar ohne die Tastatur aus und könne die Muster aus dem Kopf schreiben. Wann das System kommerziell erhältlich sein soll, steht noch nicht fest. Momentan sucht IBM nach Partnern, die das System auf ihren Handys, Tablett-PC oder PDAs testen wollen. Interessierte können sich die Software jedoch zum Ausprobieren auch für den heimischen PC herunterladen. Weitere Informationen: Allgemeine Informationen zu ShapeWriter http://www.almaden.ibm.com/cs/people/zhai/shapewriter.htm Download der Software http://www.alphaworks.ibm.com/tech/sharktext/download

07.02.2006 - Technik

Schneller Schreiben mit überfahrenen Buchstaben

So praktisch Organizer und andere elektronische Helfer auch sind, sie haben eine große Schwäche – die mühsame und langwierige Texteingabe. Ein neues virtuelles Tastatursystem, entwickelt vom Technologieunternehmen IBM, soll damit jetzt jedoch Schluss machen: Statt wie bisher nacheinander die einzelnen Buchstaben auf dem Touchscreen anzutippen, kann der Nutzer bei dem neuen System namens ShapeWriter einfach auf einem virtuellen Keyboard ohne abzusetzen alle Buchstaben eines Wortes nacheinander ansteuern. "Überfahrene" Buchstaben, die nicht zum Wort gehören, sind dabei kein Problem: Die Software wertet nicht die Buchstabenabfolge aus, sondern das entstehende Strichmuster.

Die Basis des ShapeWriter-Systems sind einfache geometrische Figuren: Verbindet man nämlich die Buchstaben eines bestimmten Wortes in einer kontinuierlichen Linie miteinander, entsteht ein ganz charakteristisches Muster aus geraden Strichen. Die Software erkennt dieses Muster, vergleicht es mit abgespeicherten Vorlagen und ordnet ihm dann das entsprechende Wort zu. Existiert einmal keine Vorlage, kann das System auch dazulernen: Man braucht lediglich die Buchstaben des neuen Wortes einmal in der richtigen Reihenfolge anzutippen, dann liefert die Software direkt das dazugehörige Muster.

Der ShapeWriter ist nicht nur einfacher zu bedienen als viele andere Eingabesysteme, er ist vor allem schneller: Laut IBM kann der geübte Nutzer bis zu 70 Wörter pro Minute und damit rund anderthalbmal mehr als mit einer Antipptastatur eingeben. Das wird unter anderem durch die eher ungewöhnliche Anordnung der Buchstaben auf der Tastatur erreicht, die das flüssige Mustermalen erleichtern. Außerdem kommt dem Nutzer die Neigung des Menschen zugute, sich geometrische Muster und Figuren sehr schnell und leicht merken zu können: Je länger man das System benutzt, desto mehr Muster prägen sich ins Gedächtnis ein und desto schneller wird man, so IBM. Nach einer gewissen Zeit komme man dann sogar ohne die Tastatur aus und könne die Muster aus dem Kopf schreiben.

Wann das System kommerziell erhältlich sein soll, steht noch nicht fest. Momentan sucht IBM nach Partnern, die das System auf ihren Handys, Tablett-PC oder PDAs testen wollen. Interessierte können sich die Software jedoch zum Ausprobieren auch für den heimischen PC herunterladen.

Weitere Informationen:
Allgemeine Informationen zu ShapeWriter
Download der Software


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