Der autonome Fensterputzer für’s Büro und Wohnhaus ist nur so groß wie ein halber Schuhkarton. Bild: Fraunhofer IPA

20.01.2010 - Technik

Quirliger Fensterputzer

Während innen die Konferenzen tagen, macht sich außen ein halbgroßer Schuhkarton an die Arbeit: Leise surrt der Quirl genannte Fensterputzroboter über die großen Fensterscheiben des Bürogebäudes. Eine spezielle Unterdrucktechnik lässt das Vertikalgefährt fest auf der Glasfläche haften. So könnte die Zukunft des Fensterputzens für Büro und Privathaushalt aussehen.

Bislang ist ein erster Prototyp des Quirl allerdings nur im Fraunhofer Institut für Automatisierung und Produktionstechnik in Stuttgart zu sehen. Dort wischt er zwar noch nicht die Außenfenster des Institutsgebäudes, wird vom Informatiker Winfried Baum aber in den Laboren schon fleißig Wischtests ausgesetzt. „Der praktische Nutzen ist am größten, wenn die Fenster groß sind,“ erklärt der Entwickler Baum. Daher ist der autonome Putzmeister gleichermaßen für Büroglasfronten wie Häuserfenster geeignet. Im Fokus der Forscher und Ingenieure liegen aber Privathaushalte. Daher muss auch der Preis stimmen. Für rund 200 Euro könnte das Gerät in zwei bis drei Jahren realisiert sein, hofft Baum. Die Suche nach Industriepartnern ist eröffnet. Ein Hersteller von Reinigungsmitteln ist im Prototypenstadium schon mit im Boot. Im Unterschied zu Robotern auf dem Erdboden - etwa autonomen Staubsaugerschachteln oder Rasenmähern - haben es die Fensterputzer einfacher: Die Bahnplanung ist einfacher. Der Quirl putzt im vorgegebenen Fensterrahmen. Hindernisse gibt es nicht auf der Glasfläche. Wenn er fertig ist, macht er „piep“. Dann muss ihn der Mensch auf die nächste Scheibe umsetzen, denn „Fensterrahmen kann er nicht überklettern“, sagt Baum.

In der aktuellen Version arbeitet der Roboter noch mit Sicherheitsleine. Er darf eben nicht herunterfallen. Dass er trotzdem kaum ins Seil fällt, liegt an der ausgeklügelten Ansaugtechnik. Den Kontakt zur Fensterscheibe stellen zwei gegeneinander rotierende Scheiben her. Ein leichter Unterdruck hilft beim Ansaugen. Wird aus dem kleinen Tank Reinigungsflüssigkeit unter die Scheibe verteilt, erhöht das noch mal die Haftung. Die rotierenden Scheiben reinigen das Fenster und sorgen für den Vortrieb auf der Fläche. Geht die Batterie aus, so soll ein Saugnapf-Mechanismus das Gerät noch Stunden bis Tage an der Scheibe halten. Marktstudien haben ergeben, dass der Fensterputzerroboter 250 Euro kosten darf und ein Betriebsgewicht von einem Kilogramm nicht übersteigen sollten - entsprechend einer 1-Liter-Milchtüte. Ohne Reinigungsmittel liegt das Leergewicht bis 200 Gramm. Da Glas für die Gestaltung von Bürogebäuden und Wohnhäuser eine große Rolle spielt, hoffen die Fraunhofer-Entwickler gute Marktchancen für das quirlige Helferlein. Martin Schäfer

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20.01.2010 - Technik

Quirliger Fensterputzer

Während innen die Konferenzen tagen, macht sich außen ein halbgroßer Schuhkarton an die Arbeit: Leise surrt der Quirl genannte Fensterputzroboter über die großen Fensterscheiben des Bürogebäudes. Eine spezielle Unterdrucktechnik lässt das Vertikalgefährt fest auf der Glasfläche haften. So könnte die Zukunft des Fensterputzens für Büro und Privathaushalt aussehen.

Bislang ist ein erster Prototyp des Quirl allerdings nur im Fraunhofer Institut für Automatisierung und Produktionstechnik in Stuttgart zu sehen. Dort wischt er zwar noch nicht die Außenfenster des Institutsgebäudes, wird vom Informatiker Winfried Baum aber in den Laboren schon fleißig Wischtests ausgesetzt.

„Der praktische Nutzen ist am größten, wenn die Fenster groß sind,“ erklärt der Entwickler Baum. Daher ist der autonome Putzmeister gleichermaßen für Büroglasfronten wie Häuserfenster geeignet. Im Fokus der Forscher und Ingenieure liegen aber Privathaushalte. Daher muss auch der Preis stimmen. Für rund 200 Euro könnte das Gerät in zwei bis drei Jahren realisiert sein, hofft Baum. Die Suche nach Industriepartnern ist eröffnet. Ein Hersteller von Reinigungsmitteln ist im Prototypenstadium schon mit im Boot.

Im Unterschied zu Robotern auf dem Erdboden - etwa autonomen Staubsaugerschachteln oder Rasenmähern - haben es die Fensterputzer einfacher: Die Bahnplanung ist einfacher. Der Quirl putzt im vorgegebenen Fensterrahmen. Hindernisse gibt es nicht auf der Glasfläche. Wenn er fertig ist, macht er „piep“. Dann muss ihn der Mensch auf die nächste Scheibe umsetzen, denn „Fensterrahmen kann er nicht überklettern“, sagt Baum.

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