Das modulare Paravant-System UNO.S bietet akustische und räumliche Abschirmung im Open Space. Bild: K+N

07.10.2009 - Projektbericht: Reader's Digest

Verlag Reader’s Digest: Attraktive Architektur, angenehme Akustik.

Wer von Norden über die Heilbronner Straße nach Stuttgart kommt, passiert eine Strecke gesäumt von Bauten bekannter Architekten wie Günther Behnisch bis hinunter in Bahnhofsnähe zum berühmten Geno-Haus, das in den 1970er Jahren von Kammerer und Belz entworfen wurde. In seiner unmittelbaren Nähe und gegenüber des scharfkantigen neuen Hochhauses für die LBBW und der riesigen Fläche für Stuttgart 21 wurde jetzt das so genannte Z-UP Bürogebäude in Betrieb genommen. Der von Professor Kergaßner entwickelte Gebäudekomplex mit einer noch im Bau befindlichen Wohnanlage wurde als eine Art „Landmark“ geplant, was durch die außerordentliche Gebäudeform und Fassadentypisierung sehr gelungen erscheint. Hauptmieter ist das Medien- und Marketingunternehmen Reader’s Digest Deutschland, dessen Büros mit dem Paraventsystem UNO.S und anderen Möbeln von König + Neurath ausgestattet wurden.

Der Name Z-UP ergibt sich aus der Grundrissform des Hauptgebäudes, das ein liegendes Z mit abgerundeten Ecken darstellt. Die beiden Erschließungskerne und die zentralen Einrichtungen sind im „Schrägstrich“ untergebracht. Das Bürogebäude verfügt über 8 Geschosse, knapp 9.000 qm Mietfläche, 163 Tiefgaragenstellplätze und wird durch ein ebenfalls achtgeschossiges Wohngebäude, das noch im Bau ist, auf dem Areal ergänzt. In der Fassade setzt sich die prägnante Form des Grundrisses fort. Die weiß umrandeten Fensterelemente heben sich wie markante Zeichen von der dunklen Fassade ab, die Horizontale mündet immer in eine Schräge wie beim Z, was den unterschiedlich langen Fensterelementen eine dynamische Rhythmisierung verleiht. Die Doppelfassade ist als Korridor- und Kastenfensterfassade ausgelegt, wodurch sie die hohen Anforderungen an den Schallschutz, den Sonnenschutz und den sommerlichen Wärmeschutz sehr gut erfüllen kann. Die hell-dunkel Grafik in Verbindung mit der außergewöhnlichen Form hat das Gebäude in kurzer Zeit zu einem der meist fotografierten Häuser in Stuttgart und Umgebung werden lassen. Die Bürotrakte sind so ausgelegt, dass die Büros je nach Größe, Form und Bedarf eingeteilt werden können und sind so flexibel, dass pro Geschoss bis zu vier separate Nutzungseinheiten möglich sind. Die Belüftung erfolgt aufgrund der schlechten Luftqualität im Umfeld rein mechanisch, wobei die Zuluft je nach Bedarf erwärmt oder gekühlt wird. Das Gebäude wird hauptsächlich vom Medien- und Marketingunternehmen Reader’s Digest genutzt, so dass auf fünf Etagen rund 200 Mitarbeiter aus verschiedenen Bereichen arbeiten. Im alten Unternehmenssitz in der Stuttgarter Innenstadt war das Bürokonzept konventionell, denn die meisten Mitarbeiter waren in Einzelbüros untergebracht. Die neue Lösung besteht aus einer Mischung von Open Spaces in unterschiedlicher Größe, Einzelbüros, Team- und Get-Together Zonen. Im Kern sind Teeküchen, Drucker- und Kopierzonen und Meeting Points eingerichtet, wo man sich an Stehtischen zu informellen, jedoch zielgerichteten Besprechungen treffen kann. Der moderne Stehsitz quick von König + Neurath ist hierbei ergonomisch und praktisch, weil er bei längerem Stehen die Wirbelsäule entlastet und gleichzeitig leicht und handlich zu transportieren ist.

Wenn Mitarbeiter von Einzelbüros in Großraum- oder Gruppenbüros umziehen, spielt natürlich das Thema Akustik eine ganz entscheidende Rolle. „Deshalb haben wir von König + Neurath die akustische Situation unter der Verwendung von Möblierung und Raumbedingungen im Detail berechnen lassen. Das Ergebnis ist überzeugend,“ sagt Peter Braun, Director Human Resources & Communications von Reader’s Digest in Stuttgart. Peter H. Feldmann, Projektleiter Ergonomie beim Büromöbelhersteller König + Neurath, hatte ein umfassendes Konzept erstellt, das die akustischen Störfaktoren in Open Spaces mit vielen Mitarbeitern minimieren sollte. Dazu gehören Sideboards und Schränke bis zu sechs Ordnerhöhen, die mit akustisch wirksamen Fronten ausgestattet sind. Dazu gehören auch Stellwände aus dem System UNO.S, die mit ihren mikroperforierten Elementen hinter der blauen Stoffbespannung viel Schall absorbieren. Zusätzlich sind an den Wänden in Teilbereichen schallschluckende Paneele angebracht und der besonders dämpfende Teppichboden trägt einen weiteren Teil zur allgemeinen Verbesserung der Akustik bei. „Selbstverständlich gab es unter den Mitarbeitern zunächst Bedenken hinsichtlich der neuen Bürosituation,“ erläutert Peter Braun von Reader’s Digest. „Denn wenn sie aus Einzelräumen kommend plötzlich mit mehreren Kolleginnen und Kollegen in einem Raum zusammenarbeiten, entsteht ein Lärmpegel mit entsprechenden Spitzen vor allem durch Telefonate, aber auch durch andere Geräusche. Es ist klar, dass dann auch ein anderes Verhalten gefordert ist, beispielsweise von jenen, die gerne laut telefonieren. Aber bereits nach einer kurzen Umgewöhnungszeit war klar, dass sich die Mitarbeiter wohl fühlen. Und vor allem wurde das Ziel erreicht, die Kommunikation unter den Mitarbeitern zu verbessern. Das wird auch von den meisten als sehr positiv bewertet.“ Wer die unterschiedlichen Bürozonen durchwandert, spürt eine ruhig geschäftige Atmosphäre – was nur scheinbar ein Widerspruch sein muss. Akustisch wirken die Räume trotz vieler Menschen ruhig, ohne schalltot zu sein. Es sind durchaus Geräusche vernehmbar, aber sie stören nicht. Und damit ist ein wesentliches Ziel erreicht, nämlich akustische Störungen als Aufmerksamkeitsunterbrecher weitgehend zu minimieren. Und trotzdem ist so viel in Bewegung, vor allem in den Redaktionen, wo Kommunikation zur Grundlage des Geschäfts gehört... Autor/in: W.O.Geberzahn

BLÄTTERN   
07.10.2009 - Projektbericht: Reader's Digest

Verlag Reader’s Digest: Attraktive Architektur, angenehme Akustik.

Wer von Norden über die Heilbronner Straße nach Stuttgart kommt, passiert eine Strecke gesäumt von Bauten bekannter Architekten wie Günther Behnisch bis hinunter in Bahnhofsnähe zum berühmten Geno-Haus, das in den 1970er Jahren von Kammerer und Belz entworfen wurde. In seiner unmittelbaren Nähe und gegenüber des scharfkantigen neuen Hochhauses für die LBBW und der riesigen Fläche für Stuttgart 21 wurde jetzt das so genannte Z-UP Bürogebäude in Betrieb genommen. Der von Professor Kergaßner entwickelte Gebäudekomplex mit einer noch im Bau befindlichen Wohnanlage wurde als eine Art „Landmark“ geplant, was durch die außerordentliche Gebäudeform und Fassadentypisierung sehr gelungen erscheint. Hauptmieter ist das Medien- und Marketingunternehmen Reader’s Digest Deutschland, dessen Büros mit dem Paraventsystem UNO.S und anderen Möbeln von König + Neurath ausgestattet wurden.

Der Name Z-UP ergibt sich aus der Grundrissform des Hauptgebäudes, das ein liegendes Z mit abgerundeten Ecken darstellt. Die beiden Erschließungskerne und die zentralen Einrichtungen sind im „Schrägstrich“ untergebracht. Das Bürogebäude verfügt über 8 Geschosse, knapp 9.000 qm Mietfläche, 163 Tiefgaragenstellplätze und wird durch ein ebenfalls achtgeschossiges Wohngebäude, das noch im Bau ist, auf dem Areal ergänzt. In der Fassade setzt sich die prägnante Form des Grundrisses fort. Die weiß umrandeten Fensterelemente heben sich wie markante Zeichen von der dunklen Fassade ab, die Horizontale mündet immer in eine Schräge wie beim Z, was den unterschiedlich langen Fensterelementen eine dynamische Rhythmisierung verleiht. Die Doppelfassade ist als Korridor- und Kastenfensterfassade ausgelegt, wodurch sie die hohen Anforderungen an den Schallschutz, den Sonnenschutz und den sommerlichen Wärmeschutz sehr gut erfüllen kann. Die hell-dunkel Grafik in Verbindung mit der außergewöhnlichen Form hat das Gebäude in kurzer Zeit zu einem der meist fotografierten Häuser in Stuttgart und Umgebung werden lassen.

Die Bürotrakte sind so ausgelegt, dass die Büros je nach Größe, Form und Bedarf eingeteilt werden können und sind so flexibel, dass pro Geschoss bis zu vier separate Nutzungseinheiten möglich sind. Die Belüftung erfolgt aufgrund der schlechten Luftqualität im Umfeld rein mechanisch, wobei die Zuluft je nach Bedarf erwärmt oder gekühlt wird.

Das Gebäude wird hauptsächlich vom Medien- und Marketingunternehmen Reader’s Digest genutzt, so dass auf fünf Etagen rund 200 Mitarbeiter aus verschiedenen Bereichen arbeiten. Im alten Unternehmenssitz in der Stuttgarter Innenstadt war das Bürokonzept konventionell, denn die meisten Mitarbeiter waren in Einzelbüros untergebracht. Die neue Lösung besteht aus einer Mischung von Open Spaces in unterschiedlicher Größe, Einzelbüros, Team- und Get-Together Zonen. Im Kern sind Teeküchen, Drucker- und Kopierzonen und Meeting Points eingerichtet, wo man sich an Stehtischen zu informellen, jedoch zielgerichteten Besprechungen treffen kann. Der moderne Stehsitz quick von König + Neurath ist hierbei ergonomisch und praktisch, weil er bei längerem Stehen die Wirbelsäule entlastet und gleichzeitig leicht und handlich zu transportieren ist.

...weiter

© König & Neurath AG 2010, in Zusammenarbeit mit wissenschaft.de  | Kontakt  | Impressum