Gebäude für die Mitarbeiter von Versicherungen beeindrucken nur selten durch architektonische Leichtigkeit und Farbenfreude. Der Neubau der LVM-Versicherungen in Münster präsentiert sich jedoch bunt, transparent, offen, gut gegliedert und einladend. Das Projekt ging aus einem Wettbewerbserfolg des Architekten Professor Duk–Kyu Ryang hervor und wurde zusammen mit dem Architekturbüro HPP Düsseldorf realisiert. Die LVM Versicherung verzeichnet heute rund drei Millionen Kunden und knapp neun Millionen Verträge. Der attraktive Neubau wurde bereits 2008 mit dem Landespreis für Architektur Nordrhein-Westfalen in der Kategorie „Energieeffizientes Bauen für die Zukunft“ ausgezeichnet.
In dem neuen Gebäude LVM 7, das mit dem bestehenden Bauteil LVM 6 verbunden wurde, arbeiten rund 600 Menschen, die Büronutzfläche beträgt ca. 12.000 qm. Der Baukörper ist differenziert gegliedert sowohl in der Höhenentwicklung wie in der Grundrissorganisation. Um die gegenüberliegende Wohnbebauung nicht zu beeinträchtigen, staffelt sich der Baukörper vom hinteren Bereich mit drei Obergeschossen bis hin zu acht Obergeschossen im Eingangsbereich. Hier sind auch die vertikale Gebäudeerschließung sowie die Konferenz- und Besprechungsräume angeordnet. Das Gebäude ist kammartig organisiert: von einer geradlinigen Haupterschließung, von den Architekten auch als Magistrale bezeichnet, werden sechs Gebäudeteile bedient, die mit Glaswänden und Glasdächern zu einer straßenbegleitenden Bebauung zusammen gezogen werden. So sind Innenhöfe und Atrien entstanden, die dem Bauwerk trotz seiner Größe eine besondere Leichtigkeit verleihen. Die einzelnen, versetzt angeordneten Bürotrakte, haben eine Gebäudetiefe von jeweils 12 Metern (Stützenachsmaß: 11,80 Meter) und sind hinsichtlich der Büronutzung variabel konzipiert. Vom Einzelraum über den Gruppenraum bis hin zum Großraumbüro lassen Ausbauraster und Geschosshöhe perfekt abgestimmte Nutzungskonzepte für die Mitarbeiter zu. Durch die geringe Gebäudetiefe entstehen keine innen liegenden, dunklen Bereiche, lange Flure in den Gebäuderiegeln werden vermieden. Alle Arbeitsplätze erhalten dadurch viel Tageslicht, auch auf eine mechanische Be- und Entlüftung kann so im gesamten Gebäude weitgehend verzichtet werden.
Ein besonders attraktives Kennzeichen des Versicherungsneubaus ist die bunte Fassade. In bestimmten Abständen sind transluzente, unterschiedlich farbige Folien vertikal in die Isolierverglasung eingelegt. Das ergibt ein abwechslungsreiches Bild sowohl von außen wie von innen, die bunten Elemente von Natur und Umgebung werden so in der Fassade repräsentiert und versehen den doch recht großen Gebäudekomplex mit einer besonderen Leichtigkeit. Natur und Umwelt dürfen sich aber auch über das spezielle Energiekonzept des Bürohauses freuen. Unterhalb der Tiefgaragenbodenplatte wurde ein Erdsondenfeld zur geothermischen Nutzung für Beheizung und Kühlung gebohrt. In Verbindung mit dem Erdsondenfeld wurde eine Wärmepumpenanlage errichtet und in den Geschossdecken ein Netz aus Kunststoffrohren zur Temperierung der Bauteile integriert. Die Fassaden der Atrien, welche die Gebäude an der Sperlichstraße miteinander verbinden, haben die Besonderheit von elektronisch gesteuerten Luft-Nachströmöffnungen im Bereich des Sockelgeschosses und Lamellenöffnungen im oberen Bereich zur Durchlüftung und Entrauchung. Eine Photovoltaik-Anlage in der Verglasung der Atriumdächer dient als Solargenerator zur Umwandlung der Sonnenstrahlung in elektrischen Strom. Nachhaltigkeit zeigt sich auch bei der Verwendung von Niederschlagswasser, das einem unterirdischen Regenwasserspeicher zugeführt wird und durch ein separates Leitungsnetz als Spülwasser für die WC-Anlagen dient. Für die Konzeption der Büroräume stand schon sehr früh fest, dass Licht durchflutete, helle Räume für die Mitarbeiter geschaffen werden sollten. Ebenso wichtig war, diesen Anspruch mit der Möglichkeit des konzentrierten, ungestörten Arbeitens zu verbinden, gleichwohl aber auch die Option zu teamorientierter und kommunikativer Zusammenarbeit offen zu halten. So entstanden die voll verglasten Flurwände, die in Verbindung mit den transparenten Außenwänden der Anlage einen sehr hellen, mitarbeiterfreundlichen Charakter verleihen. Ergänzt wird diese angenehme Atmosphäre durch großzügig angelegte Teeküchenbereiche mit besonderer Inventar- und Technikausstattung, wodurch die Kommunikation und die Erholungsmöglichkeiten für die Mitarbeiter gefördert werden. Die einzelnen Bürotrakte haben drei unterschiedliche Größen, die von 150 qm (inkl. Nebenflächen) für 10 bis 14 Mitarbeitern bis zu 650 qm (inkl. Nebenflächen) für 42 bis 62 Mitarbeiter reichen. Die Vorgaben aus dem energetischen Gebäudekonzept in Verbindung mit der beschriebenen Bürostruktur hatten natürlich Auswirkungen auf die Büroeinrichtung. Die Deckenflächen konnten beispielsweise nicht akustikwirksam verkleidet werden, da die Decken zur Temperierung des Gebäudes benutzt werden. Die zur Schallabsorption notwendigen Flächen mussten deshalb größtenteils über das Mobiliar in die Büros eingebracht werden. Auch die verglasten Flurwände tragen selbstverständlich nicht zur Schallabsorption bei. Die Anforderungen an den Büroeinrichter waren also vielfältig: neben hoher Nutzerfreundlichkeit und Funktionalität waren umweltfreundliche Möbel gefragt, die akustikwirksam sein sollten, anspruchsvolles Design bieten und – natürlich – ein gutes Preis- Leistungsverhältnis haben sollten.
König + Neurath, schon langjähriger Lieferant der LVM, konnte in der Breite der Einrichtungsmöglichkeiten überzeugen. Und das begann eigentlich schon mit der Raumarchitektur, denn die transparenten Flurtrennwände stammen aus dem erfolgreichen Raumsystem HORIZONTE des Karbener Herstellers. Die einfache Montage der Pfosten-Riegel-Konstruktion mit den schlanken Profilen und der hohe ästhetische Anspruch des Trennwandsystems waren für Architekten und Bauherrn ein entscheidendes Entscheidungskriterium. Denn auch später, bei eventuellen Umsetzungen und Umbauten, besticht HORIZONTE durch Montagefreundlichkeit und hohe dauerhafte Stabilität. Die schon angesprochene notwendige Verbesserung der Akustik in den Büroräumen wird von den eingesetzten PIANO-Schränken von König + Neurath optimal gelöst. Die schallabsorbierende Oberfläche dieses Schranksystems ist nicht nur hochwirksam, sondern sieht auch gut aus und passt mit ihren gelochten Fronten optimal in ein architektonisch anspruchsvolles Ambiente. Die Tieffrequenzabsorber hinter dem Lochstahl sind für die verbesserte Geräuschkulisse in den Büros verantwortlich. Es war eine wichtige Prämisse der Versicherung, dass sich die Mitarbeiter an den Arbeitsplätzen besonders wohl fühlen sollten. Deshalb sollten alle Arbeitsplätze besonders funktional und mitarbeiterfreundlich gestaltet werden. Hier kam das Arbeitsplatzsystem METRA ins Spiel, das in seiner elektrisch höhenverstellbaren Version mit Freiformplatten für die Arbeitsplätze vorgesehen wurde. Hier kann jetzt jede Nutzerin und jeder Nutzer individuell und spontan entscheiden, ob Arbeiten im Sitzen oder Stehen gewünscht wird, ob man den Tisch je nach Arbeitsaufgabe oder wechselnder Besetzung höher oder niedriger einstellt. Diese Vielseitigkeit und dieser besondere Komfort schaffen Arbeitsbedingungen wie sie heute sein sollten. Vervollständigt werden diese Arbeitsplätze durch die robusten Stahlcontainer aus dem CONTAINER-Programm von König + Neurath. Das eingesetzte Mobiliar und die Trennwände von König + Neurath wirken im Einklang mit der Architektur des Gebäudes nicht nur besonders harmonisch und ästhetisch, sondern sie bieten hohen Komfort und anspruchsvolle Funktionalität. Genau das ist aber, worauf es heute bei einer zeitgemäßen Büroeinrichtung ankommt; denn die Menschen sollen sich bei ihrer immer anspruchsvoller werdenden Arbeit wohl fühlen und in ihren Ansprüchen ernst genommen werden. Autor/in: W.O.Geberzahn
Gebäude für die Mitarbeiter von Versicherungen beeindrucken nur selten durch architektonische Leichtigkeit und Farbenfreude. Der Neubau der LVM-Versicherungen in Münster präsentiert sich jedoch bunt, transparent, offen, gut gegliedert und einladend. Das Projekt ging aus einem Wettbewerbserfolg des Architekten Professor Duk–Kyu Ryang hervor und wurde zusammen mit dem Architekturbüro HPP Düsseldorf realisiert. Die LVM Versicherung verzeichnet heute rund drei Millionen Kunden und knapp neun Millionen Verträge. Der attraktive Neubau wurde bereits 2008 mit dem Landespreis für Architektur Nordrhein-Westfalen in der Kategorie „Energieeffizientes Bauen für die Zukunft“ ausgezeichnet.
In dem neuen Gebäude LVM 7, das mit dem bestehenden Bauteil LVM 6 verbunden wurde, arbeiten rund 600 Menschen, die Büronutzfläche beträgt ca. 12.000 qm. Der Baukörper ist differenziert gegliedert sowohl in der Höhenentwicklung wie in der Grundrissorganisation. Um die gegenüberliegende Wohnbebauung nicht zu beeinträchtigen, staffelt sich der Baukörper vom hinteren Bereich mit drei Obergeschossen bis hin zu acht Obergeschossen im Eingangsbereich. Hier sind auch die vertikale Gebäudeerschließung sowie die Konferenz- und Besprechungsräume angeordnet. Das Gebäude ist kammartig organisiert: von einer geradlinigen Haupterschließung, von den Architekten auch als Magistrale bezeichnet, werden sechs Gebäudeteile bedient, die mit Glaswänden und Glasdächern zu einer straßenbegleitenden Bebauung zusammen gezogen werden. So sind Innenhöfe und Atrien entstanden, die dem Bauwerk trotz seiner Größe eine besondere Leichtigkeit verleihen.
Die einzelnen, versetzt angeordneten Bürotrakte, haben eine Gebäudetiefe von jeweils 12 Metern (Stützenachsmaß: 11,80 Meter) und sind hinsichtlich der Büronutzung variabel konzipiert. Vom Einzelraum über den Gruppenraum bis hin zum Großraumbüro lassen Ausbauraster und Geschosshöhe perfekt abgestimmte Nutzungskonzepte für die Mitarbeiter zu. Durch die geringe Gebäudetiefe entstehen keine innen liegenden, dunklen Bereiche, lange Flure in den Gebäuderiegeln werden vermieden. Alle Arbeitsplätze erhalten dadurch viel Tageslicht, auch auf eine mechanische Be- und Entlüftung kann so im gesamten Gebäude weitgehend verzichtet werden.
© König & Neurath AG 2010, in Zusammenarbeit mit wissenschaft.de | Kontakt | Impressum