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Viele kennen das Phänomen, jetzt ist es auch wissenschaftlich bewiesen: Wenn man über einem unlösbar scheinenden Problem brütet, sollte man sich zwischendurch einfach mal mit etwas völlig anderem beschäftigen. Denn Ablenkung, haben Psychologen gezeigt, erleichtert es, kreative Lösungen für komplexe Fragen zu finden. Bei einfacher gestrickten Problemen hilft die Taktik dagegen kaum – hier zahlt es sich eher aus, am Ball zu bleiben.
Für ihre Studie ließen die Forscher Freiwillige Wortspiele lösen, in denen drei Wörter vorgegeben und ein viertes gesucht war, das mit jedem der drei vorhandenen ein sinnvolles Paar bildete. Ein solches Beispiel wäre das Trio "Schein-Segen-Automat", das zusammen mit "Geld" jeweils die Worte Geldschein, Geldsegen und Geldautomat ergibt. Einige der Tests waren äußerst schwierig, andere ziemlich offensichtlich. Im ersten Schritt sollten die Teilnehmer die Worttrios lediglich ansehen, dann weglegen und eine andere Aufgabe lösen. Anschließend bekamen sie in schneller Folge Buchstabenfolgen auf einem Monitor gezeigt, bei denen sie bewerten sollten, ob es sich um ein sinnvolles Wort handelte oder nicht. Der Trick: Um zu testen, ob die Probanden bereits unbewusst auf die Lösung der Worttrios gekommen waren, schummelten die Forscher die richtigen Lösungsworte in die Testwortfolge und ermittelten, ob die Probanden diese Wörter schneller erfassten als andere. Im letzten Schritt schließlich sollten die Teilnehmer die Triolösungen aufschreiben. Offenbar geht das Gehirn beim Lösen kniffliger Probleme in zwei Schritten vor, schließen die Psychologen aus dieser Sequenz: Zuerst beschäftigt sich das Unbewusste mit der Aufgabe und kreiert eine Lösungsidee, und erst danach wird diese Lösung ins Bewusstsein übertragen. Damit jedoch beide Schritte vollständig ablaufen können, muss das Bewusstsein während der Suche nach der Lösung abgelenkt werden – sonst blockieren bereits vorhandene Assoziationen oder falsche Lösungsansätze den unbewussten Prozess. Um die Lösung dann auch noch ins Bewusstsein zu bekommen, muss man sich nach der Ablenkungsperiode noch einmal intensiv mit dem Problem befassen, erläutern die Forscher. Bei einfacheren Fragestellungen gibt es dagegen meist keine blockierenden Fehlversuche und die Lösung kann gleich ans Bewusstsein weitergegeben werden. Ilka Lehnen-Beyel
Viele kennen das Phänomen, jetzt ist es auch wissenschaftlich bewiesen: Wenn man über einem unlösbar scheinenden Problem brütet, sollte man sich zwischendurch einfach mal mit etwas völlig anderem beschäftigen. Denn Ablenkung, haben Psychologen gezeigt, erleichtert es, kreative Lösungen für komplexe Fragen zu finden. Bei einfacher gestrickten Problemen hilft die Taktik dagegen kaum – hier zahlt es sich eher aus, am Ball zu bleiben.
Für ihre Studie ließen die Forscher Freiwillige Wortspiele lösen, in denen drei Wörter vorgegeben und ein viertes gesucht war, das mit jedem der drei vorhandenen ein sinnvolles Paar bildete. Ein solches Beispiel wäre das Trio "Schein-Segen-Automat", das zusammen mit "Geld" jeweils die Worte Geldschein, Geldsegen und Geldautomat ergibt. Einige der Tests waren äußerst schwierig, andere ziemlich offensichtlich.
Im ersten Schritt sollten die Teilnehmer die Worttrios lediglich ansehen, dann weglegen und eine andere Aufgabe lösen. Anschließend bekamen sie in schneller Folge Buchstabenfolgen auf einem Monitor gezeigt, bei denen sie bewerten sollten, ob es sich um ein sinnvolles Wort handelte oder nicht. Der Trick: Um zu testen, ob die Probanden bereits unbewusst auf die Lösung der Worttrios gekommen waren, schummelten die Forscher die richtigen Lösungsworte in die Testwortfolge und ermittelten, ob die Probanden diese Wörter schneller erfassten als andere. Im letzten Schritt schließlich sollten die Teilnehmer die Triolösungen aufschreiben.
Offenbar geht das Gehirn beim Lösen kniffliger Probleme in zwei Schritten vor, schließen die Psychologen aus dieser Sequenz: Zuerst beschäftigt sich das Unbewusste mit der Aufgabe und kreiert eine Lösungsidee, und erst danach wird diese Lösung ins Bewusstsein übertragen. Damit jedoch beide Schritte vollständig ablaufen können, muss das Bewusstsein während der Suche nach der Lösung abgelenkt werden – sonst blockieren bereits vorhandene Assoziationen oder falsche Lösungsansätze den unbewussten Prozess.
Um die Lösung dann auch noch ins Bewusstsein zu bekommen, muss man sich nach der Ablenkungsperiode noch einmal intensiv mit dem Problem befassen, erläutern die Forscher. Bei einfacheren Fragestellungen gibt es dagegen meist keine blockierenden Fehlversuche und die Lösung kann gleich ans Bewusstsein weitergegeben werden.
Ilka Lehnen-Beyel
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