21.07.2010 - Design & Architektur

Mehr Wertschöpfung durch Design

Irgendwie ist es eigentlich schon immer klar: Design ist gut für das Geschäft. Doch jetzt untermauert die Studie „Die Schönheit des Mehrwertes“ diese Erkenntnis auch in Zahlen. Es ist die bisher größte Studie, die jüngst gemeinsam vom Markenverband, Rat für Formgebung und Scholz & Friends durchgeführt wurde. Gefragt war, welche Rolle Design heute in der Wertschöpfungskette der Unternehmen spielt und wie sich die Anforderungen an das Design ändern.

70 Prozent der teilnehmenden Unternehmen geben an, dass Design renditerelevant sei – insbesondere bei der Einführung neuer Produkte (95 %), bei der Gewinnung von Marktanteilen (87 %) und bei der Preisgestaltung (84 %). Und im Rahmen der Produktentwicklung spiele für 89 Prozent der Unternehmen Design eine wichtige Rolle. Allerdings: Nur 29 Prozent sehen Design als Möglichkeit zur Kostenreduktion und nur 41 Prozent nutzen Design zur Optimierung von Produktionsprozessen. Dass Design zur Erreichung gesellschafts- und umweltpolitischer Ziele beitragen kann, erkennt die Hälfte der Befragten. Da wäre also durchaus noch Potenzial für kompetente Designer drin. Und dafür stehen die Chancen im Grunde gut, denn 75 Prozent der zwischen November 2009 und Januar 2010 befragten Unternehmer haben nach eigenen Angaben während der vergangenen fünf Jahre ihre Investitionen in Design deutlich erhöht. Gleichzeitig wurden aber nur 42 Prozent mehr Mitarbeiter eingestellt, was laut den Auswertern der Studie auf vermehrtes Outsourcing an externe Designexperten hindeute. Design, das wurde deutlich, spielt für die Unternehmen für die Markenpositionierung und Markenkommunikation eine zentrale Rolle. Produktdesign wird also noch weitgehend als reiner Marktfaktor gesehen, dass es auch zur Prozessoptimierung innerhalb der produzierenden Unternehmen (siehe oben) beitragen kann, ist noch wenig erkannt. Design als Wertschöpfungsfaktor hat also noch viel Potenzial. „Design ist längst kein Luxus mehr, sondern Existenzgrundlage für die gesamte Markenindustrie in Deutschland“, so Wolf Schneider, Geschäftsführer von Scholz & Friends Identify.

Unter dem Strich bestätigt die Studie also bereits vorliegende Erkenntnisse mit Zahlenwerten. Allerdings sollte man hier und da genauer hinsehen. Zum Beispiel bei den Basisdaten: Denn befragt wurden ausschließlich die 400 im Markenverband vernetzten Unternehmen, die man getrost als markenaffin bezeichnen kann. Davon trugen rund 100 Firmen mit Aussagen bei, 44 Prozent aus dem Nahrungs- und Genussmittelsektor, 33 Prozent aus dem Bereich der Gebrauchsgüterproduktion. Etwa 50 Prozent sind als Familienunternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern im verarbeitenden Gewerbe aktiv und 56 Prozent geben an, bis zu zehn Mitarbeiter mit Designfragen zu beschäftigen. Mitunter kann man bei der Lektüre sogar schmunzeln, beispielsweise bei revolutionären Feststellungen wie dieser: „Wenn Agenturen beauftragt werden, wird von ihnen vor allem Kreativität erwartet“. Bei aller kritischen Hinterfragung der Auswertungsbasis: Endlich geht es an den realen wirtschaftlichen Wert von Design. Das sollte ausgebaut werden. Die Studie „Schönheit des Mehrwertes“ lässt sich komplett als pdf-Dokument (1,3 MB) beim Rat für Formgebung herunterladen. Armin Scharf Weitere Informationen: http://www.german-design-council.de http://www.german-design-council.de

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21.07.2010 - Design & Architektur

Mehr Wertschöpfung durch Design

Irgendwie ist es eigentlich schon immer klar: Design ist gut für das Geschäft. Doch jetzt untermauert die Studie „Die Schönheit des Mehrwertes“ diese Erkenntnis auch in Zahlen. Es ist die bisher größte Studie, die jüngst gemeinsam vom Markenverband, Rat für Formgebung und Scholz & Friends durchgeführt wurde. Gefragt war, welche Rolle Design heute in der Wertschöpfungskette der Unternehmen spielt und wie sich die Anforderungen an das Design ändern.

70 Prozent der teilnehmenden Unternehmen geben an, dass Design renditerelevant sei – insbesondere bei der Einführung neuer Produkte (95 %), bei der Gewinnung von Marktanteilen (87 %) und bei der Preisgestaltung (84 %). Und im Rahmen der Produktentwicklung spiele für 89 Prozent der Unternehmen Design eine wichtige Rolle. Allerdings: Nur 29 Prozent sehen Design als Möglichkeit zur Kostenreduktion und nur 41 Prozent nutzen Design zur Optimierung von Produktionsprozessen. Dass Design zur Erreichung gesellschafts- und umweltpolitischer Ziele beitragen kann, erkennt die Hälfte der Befragten. Da wäre also durchaus noch Potenzial für kompetente Designer drin.

Und dafür stehen die Chancen im Grunde gut, denn 75 Prozent der zwischen November 2009 und Januar 2010 befragten Unternehmer haben nach eigenen Angaben während der vergangenen fünf Jahre ihre Investitionen in Design deutlich erhöht. Gleichzeitig wurden aber nur 42 Prozent mehr Mitarbeiter eingestellt, was laut den Auswertern der Studie auf vermehrtes Outsourcing an externe Designexperten hindeute.

Design, das wurde deutlich, spielt für die Unternehmen für die Markenpositionierung und Markenkommunikation eine zentrale Rolle. Produktdesign wird also noch weitgehend als reiner Marktfaktor gesehen, dass es auch zur Prozessoptimierung innerhalb der produzierenden Unternehmen (siehe oben) beitragen kann, ist noch wenig erkannt. Design als Wertschöpfungsfaktor hat also noch viel Potenzial.
„Design ist längst kein Luxus mehr, sondern Existenzgrundlage für die gesamte Markenindustrie in Deutschland“, so Wolf Schneider, Geschäftsführer von Scholz & Friends Identify.

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